Auf in die Sommerferien! Für neun Jugendliche des Plöner SRSV und elf Schüler der Kuttersegel-Gilde des Internats Louisenlund hieß das: Auf nach Schweden! Zusammen mit der Besatzung einer Begleitjacht freute man sich auf eine wunderschöne Segeltour von Nyköping nach Stockholm, auf dem Wasserweg versteht sich!
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Die vom Alter gut gemischten Kutterbesatzungen segelten, schliefen, aßen und „wohnten“ während der Tour auf zwei baugleichen Jugendwanderkuttern (JWK). Dazu muss man wissen, dass ein JWK nicht gerade durch seine komfortable Ausstattung besticht, sondern eher durch die Ausrichtung auf den puren Segelsport. So kam es, dass mangels Kojen, Tischen, Kochgelegenheit und natürlich jeglicher Nasszelle das Improvisationstalent der gesamten Mannschaft gefragt war. Immer wieder wurden wir Kuttersegler in den Häfen angesprochen, ob wir aus Deutschland hoch nach Schweden gesegelt seien, wo wir unser Gepäck verstauen, wo wir denn kochten und ob wir in Zelten an Land schliefen. Für all dies gab es Antworten, die vielleichtErstaunen auslösten, uns Kuttersegler aber zufriedenstellen. Erst einmal wäre die Strecke von Deutschland nach Schweden mit den Kuttern zu segeln ein wenig zu weit gewesen, so dass wir die Kutter mit Hilfe unserer Begleiter mit Trailern auf dem Landweg nach Nyköping brachten. Unser Gepäck mussten wir auch nicht zu Hause lassen, denn die Kutter sind mit spezielle Kutterkisten ausgerüstet, in denen ein Gaskocher und reichlich Verpflegung Platz findet, weitere Bagskisten bieten Stauraum für noch mehr Essen und Trinken, der Rest wird soweit möglich in wasserfesten Seesäcken verpackt und in den Fußraum der Kutter verstaut, ein gewisser Platzmangel ist nicht zu leugnen, aber das passt schon. Gekocht wird je nach Platz auf dem Steg, auf einer einsamen Schäre oder irgendwo auf dem Hafengelände, mit den Gaskochern hat man da ja die freie Auswahl. Geschlafen wird natürlich nicht an Land, sondern an Bord! Dafür ist jeder Kutter mit einer Persenning ausgestattet, die nach richtigem Aufbauen fast mannshoch sein kann. Darunter kann sich die Mannschaft es dann bequem machen. Es gibt verschiedene Techniken wie, wo, wer schlafen kann, zum einen wäre da das so genannte Riemen- lager, da schläft man auf den beiderseits des Schwertkastens abgelegten Ruder- riemen. die dann zusammen mit der Kutterkiste eine Fläche für 4 Leute zum schlafen bietet. Unter diesen Riemen auf jeder Seite des Schwertkastens können noch zwei in der unteren Etage schlafen. Quasi die Kapitänssuite bietet der Platz hinter dem Besanmast, also im Fußraum des Steuermanns, hier sollte nochmals Platz für 2 Segler sein. Wer dann immer noch keinen Platz gefunden hat muss auf den Sitzbänken schlafen zwar nicht allzu bequem, wenn man nicht den richtigen Trick kennt, aber machbar. Wenn auf den Sitzbänken mehr Platz sein soll, sollte man zwischen den Querbänken Spanngurte spannen auf denen dann die Luftmatratze liegen kann. Das war nur die Variante auf dem Plöner Kutter, die Lousienlunder stapelten einfach das Gepäck so, dass man darauf liegen und eventuell auch schlafen konnte. Alles in allem ist alles möglich auf einem Kutter, zwar ist man nicht vor jedem Regen optimal geschützt und manchmal wünscht man sich auch einfach eine Toilette an Bord, doch der Spaß mit der Mannschaft lässt die eine oder andere Widrigkeit ganz schnell unwichtig werden.
SMS-Text: Du hast heute die Wahl! Es geht um Leben und Tod, um die Wurst, den Käse und den KETCHUP! Gehe in die Küche oben im Bootshaus und bring das Essen mit! Es liegt in deiner Hand...
Nachdem der Kutter bereits am 17.7.2009 aus dem Wasser genommen und reisefertig gemacht wurde, begann für uns Plöner die Tour morgens um halb zwei des darauf folgenden Tages am Bootshaus. Der Kutter und die Autos wurden zu Ende beladen und dann ging es auch schon los. Bei unserer zwölf stündigen Fahrt über Landstraßen, Autobahnen und mit Fähren erregten wir schon großes Aufsehen und waren froh als wir schließlich Nyköping erreichten. Die Louisenlunder erwarteten uns bereits und berichteten, dass sie keinen Kranführer auftreiben konnten. So mussten beide Kutter über eine sehr enge Slipanlage ins Wasser lassen. Schnell waren die Boote beladen, aufgebaut und von ihrer Crew bezogen. Während des Einräumens wurde dann auch schnell offensichtlich was wir alles vergessen hatten. Einigen Nachzüglern waren schon SMS geschickt worden mit der Aufforderung einige vergessene Dinge noch mit zu bringen, doch schien der eigentlich sehr originelle Text den Angesprochenen nicht die nötigen Informationen geben zu können um die Sachen erfolgreich aus ihrem Gefängnis- dem Kühlschrank oben im Bootshaus- befreien zu können.
Außerdem wurde uns bewusst, dass wir die Gasflasche in Plön vergessen hatten und so waren wir auf die Hilfe der Louisenlunder angewiesen oder besser gesagt auf deren Gasflasche. Die Woche hatte so also einen super Start. Zu allem Überfluss wurden wir gleich in der ersten Nacht schön nass, was auch an der mangelnden Erfahrung im Persenningbauen gelegen haben könnte. Im Laufe der Zeit wurden wir aber immer weniger nass, da man den einen oder anderen Trick heraus fand um keine nassen Füße im Schlafsack zu bekommen.
Funkprotokoll: krkrk Tender 1 an Tender 2 bitte kommen! piep kkrkrr Tender 2 hört … krkrkrkr Habt ihr Sönke gesehen?
Sönke war leider in der Schleuse aus Versehen zurückgelassen worden. Zwar war allen unwohl bei dem Gedanken ihn vergessen zu haben aber der Optimismus überwog und bis jetzt war jeder, egal unter welchen Umständen, zurück gekehrt. So auch Sönke! Nach zwei Stunden kam er nach seiner Hafentour, die ihn durch alle Häfen Stockholms geführt hatte, glücklich bei uns an.
Am letzten Abend konnten alle ein positives Resümee über die Woche ziehen. Das Segeln auf unserer kleinen Nussschale hat allen so gefallen und alle hatten eine Menge an seemannschaftlichen Fertigkeiten und gruppendynamischen Erfahrungen dazugelernt, so dass wir schon am überlegen sind, wo wir im nächsten Jahr wieder mit unseren Kuttern für Aufsehen sorgen können. Die ganze Crew ist trotz Altersunterschieden von bis zu 5 Jahren zusammengewachsen und hatte über die Woche sowohl an Land als auch auf dem Wasser viel Spaß.
Die auf den Kieler Woche Kutterregatten konkurrierenden Mannschaften des SRSV Plön und des Internats Luisenlund sind ebenfalls zusammengerückt, man hatte viel Spaß am Lagerfeuer, beim Kochen und netten Gesprächen, beim Zusammensitzen an Land, sowie beim Baden im Partypäckchen auf dem Wasser. Auf ein mögliches wieder Zusammentreffen der beiden Schwesterschiffe im nächsten Jahr freuen sich beide Seiten.
Bericht von Lina Kröger und Fenna Flucke (Kutterführerinnen)
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